Songs der 80er Jahre.

Boys of Summer – Don Henley

Boys of Summer gehört für mich inzwischen zu den absoluten 80er Kulthits. Die Synthesizer und Drumcomputer, mit denen der Song produziert wurde, klingen zwar typisch 80er Jahre. Und das sind leider keine Sounds für die Ewigkeit, irgendwie steril und aus heutiger Sicht billig. Aber der Song an sich hat was. Vor allem der Instrumentalteil zwischen den Strophen hat Wiedererkennungswert, obwohl er relativ einfach gestrickt ist. Inhaltlich geht es um kein besonderes Thema: die Erinnerung an eine verlorene Liebe. Dabei ist nicht er einer dieser Boys of Summer, sondern das sind all die anderen, die längst schon wieder weg sind während er sie immer noch liebt.

Und wer ist er? Don Henley! Das er früher mal in einer Band namens Eagles als Schlagzeuger spielte, hatte für mich in den 80er Jahren keine Bedeutung. Die Eagles waren Geschichte, aber noch kein Kult – zumindest für mich damals als Teenager. Also war Don Henley für mich immer ein Solokünstler, der ja auch noch andere Hits hatte, wie The end of the innocence.

Irgendwann kam es zur Wiedervereinigung der Eagles und das Livealbum Hell freezes over gehört zu meinen Lieblingsplatten. Vor allem die Unplugged-Versionen einiger Songs, wie z.B. Hotel California, sind grandios. Und damit schließt sich wieder der Bogen zu Boys of Summer. Das spiele ich nämlich ebenfalls unplugged.

Everybody needs somebody – The Blues Brothers

Einer der stimmungsvollsten Partysongs in meinem Programm: Everybody needs somebody von den Blues Brothers. Genauer gesagt haben ja diese ihn nur richtig bekannt gemacht. Zuerst veröffentlicht wurde er schon 1964 von Solomon Burke, hier seine Originalversion auf Youtube. Und nicht nur die Blues Brothers haben diesen Titel gecovert, es gibt sogar eine Aufnahme von den Rolling Stones!

Aber zurück zu den Blues Brothers. Was wären diese ohne den gleichnahmigen Kultfilm aus dem Jahr 1980 von John Landis?! Immer noch einer meiner Lieblingsfilme! Wer ihn noch nicht gesehen hat – eine absolute Empfehlung! Viele große Stars der Blues- und Soulmusik haben hier Gastauftritte: Aretha Franklin, Ray Charles und James Brown.

Everybody needs somebody spiele ich fast zu jedem Auftritt. Der Song ist ein Garant für Partystimmung, und das scheinbar generationübergreifend. Klar, man sollte ihn nicht zu früh am Abend spielen. Nicht dann, wenn die meisten noch Discofox tanzen. Everybody needs somebody sollte man solo tanzen um ganz aus sich rausgehen zu können 😉

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Walking on sunshine – Katrina and the waves

Es gibt nicht viele Songs in der Pop und Musikgeschichte, die nur mit Schlagzeug beginnen. Walking on sunhine ist einer davon. Und das in einem Tempo, das direket in die Beine geht. In meinem Set kommt das Lied natürlich im absoluten Partyteil. Man muss das Tanzschritt-Tempo schon deutlich steigern um diesem Beat gerecht zu werden und ich muss mir meiner Sache schon sicher sein, wenn ich ihn spiele. Wenn ich nämlich Pech habe, und die Stimmung noch nicht entsprechend ist, kann es passieren, dass die gefürchtete Tanzflächen-Flucht einsetzt weil allen klar ist – dieses Tempo ist schweißtreibend!

Katrina and the waves als „One Hit wonder“ zu bezeichnen wäre vielleicht etwas ungerecht. Immerhin gewannen sie 1997 für Groß Britanien den Eurovision Song Contest! Aber das war´s dann auch schon  mehr oder weniger. Katrina hat sich von der Band getrennt und mit den „New Waves“ versucht, an alte Erfolge anzuknüpfen. Doch mit diesem doch zu ähnlichen neuen Namen waren die alten Bandkollegen nicht einverstanden, und so musste sie das ändern.

Und jetzt seid Ihr dran: was sagt Euch Walking on sunshine? Und welche Songs gibt es noch, die mit Schlagzeug anfangen? Freue mich, auf neue Kommentare.

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Westerland – Die Ärzte

Durch die Neue deutsche Welle gab es in der 80ern ja schon recht viele deutschsprachige Musiker und Bands. Doch die Ärzte zählten damals, so fand ich, nicht dazu. Ich weiß gar nicht warum, aber ähnlich wie die Toten Hosen oder Westernhagen und Grönemeyer waren auch die Ärzte irgendwie unabhängig von dieser Richtung. Sie waren ziemlich provokativ und Lieder wie Claudia hat nen Schäferhund oder Geschwisterliebe erweiterten damals meinen Teenager-Horizont.

Dagegen ist Westerland vergleichsweise harmlos. Ein einfaches Spaßlied über einen  Berliner („wie oft sprang ich in die Spree-ee-ee“) der so gerne wieder mal nach Westerland reisen möchte. Die Ärzte auf Sylt – das kann ja wohl nur ironisch gemeint sein, und für alle die daran zweifeln kommt ja irgendwann auch die Textzeile „… und ich weiß jeder zweite hier ist genau so blöd wie iiiiich …“

Ich spiele Westerland als Akustikversion, oft im allerletzten Teil des Abends. Dann, wenn man eigentlich schon denkt alles ist vorbei und der Musiker zupft nur noch ein paar ruhige Songs zum Runterkommen und Ausklingen-lassen. Genau dann geht es manchmal noch ein letztes Mal richtig ab und dann passt Westerland immer!

Was fällt Euch zu Westerland ein? Waren die Ärzte doch Neue deutsche Welle?

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Purple Rain – Prince

„Formel Eins“ war die Musiksendung der 80er Jahre. Ein mal pro Woche war sie das absolute Pflichtprogramm für den musikinteressierten Jugendlichen – also für alle! Die einzige Sendung, die regelmäßig die neuesten Musikvideos brachte, wie auch zum Beispiel „Purple Rain“.

Ich fand den Song schon damals gut, aber er war ein Song von vielen. Ich hätte nie gedacht, dass er einmal einen solchen Kultstatus erreichen würde. Doch von welchem Song denkt man das schon, wenn er gerade aktuell ist. Prince war mir eigentlich immer zu exzentrisch. Zumindest damals, für mich als 14jährigen. Heute finde ich das faszinierendste an ihm, dass er so viele Instrumente spielen kann: Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboard – also kann er eigentlich seine Platten alleine aufnehmen. Ähnlich übrigens wie Lenny Kravitz, den ich auch ziemlich toll finde.

Und Prince kann die Instrumente nicht nur irgendwie spielen. „Purple rain“ hat ein irres Gitarrensolo, dass ich nie im Leben auch nur ansatzweise hinkriegen würde. Aber muss ich auch nicht, denn ich spiele den Song mit der Akustikgitarre, also unplugged. Er hat seinen festen Platz in meinem Repertoire. Aber nie als Hintergrundmusik zum Essen, sondern eigentlich immer im letzten Teil des Programms. Dann wenn alle wieder ein bisschen runter kommen und den Abend ausklingen lassen. Der Song ist auch ein absoluter Mitsinger, auch wenn sich das bei den meisten auf die Stelle „Purple rain, purple rain“ beschränkt 😉

Und wie ist das bei Euch? Wie findet Ihr Prince? War das damals auch „Euere Zeit“? Sollte man den Song überhaupt noch spielen, oder kann man ihn so langsam nicht mehr hören?

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Talking about a revolution – Tracy Chapmann

Ich dachte eigentlich, es sei damals dieses Live Aid-Konzert gewesen, an dem ich Tracy Chapman zum ersten Mal wahrgenommen hatte. Aber nein, es war ein paar Jahre später (1988). Auch im Wembley-Stadion, bei einem Konzert zum 70. Geburtstag von Nelson Mandela. Der saß zu diesem Zeitpunkt noch immer im Gefängnis. Jedenfalls gab es bei dem Konzert wohl eine technische Panne – Stevie Wonder musste seinen Auftritt abbrechen. Spontan schnappte Tracy sich Ihre Gitarre und kam noch mal auf die Bühne und spielte einfach solo nur mit Ihrer Gitarre ein paar Songs aus Ihrem neuen Album. Das war Ihr internationaler Durchbruch.

Von Tracy Chapman spiele ich die zwei Titel: Baby can I hold you, und Talkin about a revolution.

Tracy Chapman macht übrigens immer noch Musik. Hier kommen Sie auf Ihre sehenswerte Website. Man kann diese nämlich farblich gestalten – rechts oben die Farbe wählen und dann die Gegenstände anklicken. Macht Spaß!

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