Diese Songs spiele ich auf der akustischen Gitarre.

Boys of Summer – Don Henley

Boys of Summer gehört für mich inzwischen zu den absoluten 80er Kulthits. Die Synthesizer und Drumcomputer, mit denen der Song produziert wurde, klingen zwar typisch 80er Jahre. Und das sind leider keine Sounds für die Ewigkeit, irgendwie steril und aus heutiger Sicht billig. Aber der Song an sich hat was. Vor allem der Instrumentalteil zwischen den Strophen hat Wiedererkennungswert, obwohl er relativ einfach gestrickt ist. Inhaltlich geht es um kein besonderes Thema: die Erinnerung an eine verlorene Liebe. Dabei ist nicht er einer dieser Boys of Summer, sondern das sind all die anderen, die längst schon wieder weg sind während er sie immer noch liebt.

Und wer ist er? Don Henley! Das er früher mal in einer Band namens Eagles als Schlagzeuger spielte, hatte für mich in den 80er Jahren keine Bedeutung. Die Eagles waren Geschichte, aber noch kein Kult – zumindest für mich damals als Teenager. Also war Don Henley für mich immer ein Solokünstler, der ja auch noch andere Hits hatte, wie The end of the innocence.

Irgendwann kam es zur Wiedervereinigung der Eagles und das Livealbum Hell freezes over gehört zu meinen Lieblingsplatten. Vor allem die Unplugged-Versionen einiger Songs, wie z.B. Hotel California, sind grandios. Und damit schließt sich wieder der Bogen zu Boys of Summer. Das spiele ich nämlich ebenfalls unplugged.

Four Five Seconds – Rihanna

Es gibt einfach Songs, die hört man im Radio und merkt sofort, dass sie etwas besonderes sind. Bei Four Five Seconds war da vor allem Rihannas ganz besondere Stimme, die bei diesem Song im Vordergrund steht. Natürlich auch deshalb, weil sonst nicht viel zu hören ist: eine vor sich hin schrubbelnde Akustikgitarre, später noch ein Bass und in der Bridge eine Orgel – das war´s. Auch dieses simple Arrangement bewirkt, dass Four Five Seconds auffällt, wo sonst doch vieles, was man im Radio so hört, völlig „überproduziert“ klingt.

Ich war eigentlich kein Fan von Rihanna. Beyoncé, Shakira, Jennifer Lopez, Rihanna – das war für mich alles irgendwie austauschbar. War nicht so meine Musik. Mit ihrem Song Diamonds im Jahr 2012 fiel sie mir dann zum ersten mal auf, cooler Auftritt (glaube in Wetten dass…) und auch schon toll gesungen. Und nun eben Four Five Seconds – Rihanna! Doch halt … nicht nur sie. Da ist ja auch noch eine Männerstimme zu hören. Und dann noch im Video, das ist doch: Paul McCartney!! Was hat der denn mit Rihanna zu tun? Ganz einfach: er hat den Song mit geschrieben und produziert. Toll. Alleine die Tatsache, dass ein Mitglied der einflussreichsten Band aller Zeiten einen Song mit jemandem produziert, erhebt diesen schon in den Pop-Adel. Auch wenn die heutige junge Generation da sicher einen anderen Blick drauf hat. So schrieb jemand in die Kommentare zum Youtube-Video, wie nett es doch von Rihanna sei, dass sie diesen alten Herren in ihrem Video mitmachen ließe … 😉

Und Kayne West, der Sänger in diesem Song und ebenfalls Mit-Produzent? Der sagte mir bislang gar nichts. Vielleicht hat ja jemand Lust, etwas über ihn in den Kommentaren zu schreiben?! Andere Kommentare sind natürlich wie immer auch sehr willkommen.

Layla – Eric Clapton

Wer erinnert sich an die Opel-Werbung Anfang der 90er Jahre?! Astra oder Calibra oder so …. Und da vor allem natürlich an dieses mitreißende Gitarrenriff: Layla von Eric Clapton! Mehr als 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung (1970) erlangte der Song durch diese Werbung erneut Aufmerksamkeit. Und ich meine, das war auch meine erste Berührung mit diesem Stück.

Kurz danach kam noch einmal Layla in die Charts, diesmal unplugged. Doch wo war das typische Gitarrenriff? Weg! Und überhaupt – die Unplugged-Verson hatte mit dem Original nicht mehr viel gemein. Aber trotzdem oder gerade dadurch wurde etwas ganz Besonderes daraus. Mutig, langsam, gefühlvoll – einfach schön.

Und Unplugged ist auch die Version, in der ich Layla spiele. Natürlich nicht annährend so anmutig wie Eric Clapton und sicher auch nicht immer fehlerfrei. Im Gegensatz zu ihm, dem man ja nachsagt, er habe sich live noch nie verspielt.

Wie findet Ihr Layla? Welche Version ist die bessere? Kommentare sehr willkommen.

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I don´t like mondays – The Boomtown rats

Kauderwelsch-Englisch war meine erste Fremdsprache. Ich habe englische Lieder gehört und mitgesungen, lange bevor ich diese Sprache auch nur ansatzweise verstand – vermutlich ging das vielen von Euch ähnlich. Und so war ich dann doch irgendwann schockiert, als ich begriff, dass da z.B. einer davon sang, dass er einen Sheriff erschossen hatte. Das mit dem Deputy sei er nicht gewesen, singt er weiter, aber den Sheriff habe er abgeknallt. Heute sehe ich die Sache zwar wieder differenzierten – Notwehr und so – aber damals fand ich das schon ein bisschen schlimm.

Und mit I don´t like mondays ging es mir sehr ähnlich. Wie oft habe ich an diesen Song gedacht, wenn ich montags mal wieder in die Schule oder später zur Arbeit fuhr und mich im Geiste mit den Thema dieses Songs verbunden fühlte. Aber um was es in dem Lied eigentlich geht, kapierte ich tatsächlich erst vor ein paar Jahren: es handelt von nichts geringerem als einem der ersten Amokläufe eines jungen Menschen in Amerika – lange vor dem in der Columbine High School oder hier bei uns in Winnenden. Die Täterin war Brenda Ann Spencer, die zur Erklärung warum sie das getan habe die Antwort gab:  „I dont´t like mondays“.

Jetzt frage ich mich gerade, ob ich diesen Blogbeitrag überhaupt veröffentlichen soll. Denn entweder Ihr kanntet schon die Hintergründe, oder eben nicht und dann verderbe ich Euch vielleicht schon ein bisschen die Laune, wenn Ihr I don´t like mondays nächstes Mal in der entsprechenden Montag-Morgen-Stimmung hört…. (klick: „Enter“) …. zu spät 😉

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Breakfast at Tiffanys – Deep Blue Something

Das ist einfach ein toller Gute-Laune-Song aus den frühen 90er Jahren. Inzwischen  ein Klassiker. Von der Band habe ich allerdings nie wieder was gehört – ein typisches One-Hit-Wonder also. Aber egal, diesen einen Titel haben sie toll hingekriegt. Ausserdem: besser einen Top-Hit an den man sich erinnert und der immer noch regelmäßig im Radio läuft als zehn ganz nette Songs, die irgendwann keiner mehr kennt.

Nicht nur die Band ist ansonsten nichts-sagend, sondern auch das Plattencover. Daher habe ich für diesen Song als Erkennungsbild lieber ein Motiv aus dem Film (Frühstück bei Tiffanys) verwendet. Ein sehr bekanntes Foto mit Audrey Hepburn.

Um den Film geht´s ja auch in dem Song: ein Paar hat sich auseinandergelebt. Sie sagt, dass sie nichts gemeinsam hätten. Und da fällt ihm dieser Film ein, „Frühstück bei Tiffanys“. Und er erinnert sie daran, dass sie doch beide diesen Film mochten….

Wir werden wohl nie erfahren, ob die beiden wieder zusammenkamen.

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Wake me up – Aloe Blacc (Avicii)

Der Song wurde geschrieben von Avicii – Respekt! Ich dachte lange, es sei wie so oft, dass irgend ein DJ/Dance-Producer sich einen schicken Song schnappt, einen 4/4-Beat darunter legt, einen simplen Synthesizer-Part dazu spielt und fertig ist der Welthit. Weit gefehlt (in diesem Fall) und daher – Respekt! Wobei ich auch sagen muss, dass es für mich diesen Beat und den Synthi nicht gebraucht hätte. Ich mag viel mehr die Acoustic-Version von Wake me up, und folglich spiele ich diesen Song genau so – nur mit Gitarre und meiner Stimme.

Nichts gegen Techno im Allgemeinen, ich liebe Techno, aber hier finde ich Melodie, Text und nicht zuletzt die Stimme von Aloe Blacc so toll, dass man es dabei hätte belassen sollen. Aber was hätte dann wiederum Avicii für eine Rolle übernehmemn sollen?! Er ist nun mal Dance-Produzent und wollte ja aus der Nummer einen eigenen Erfolg machen…. mh, also doch die 808 angeschmissen –  1,2,3,4 – ready –  go….!

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Country Roads – John Denver

Mit Countrymusik kann ich eigentlich ebenso wenig anfangen wie mit Jazz. Obwohl –  ich hatte als Jugendlicher mal meine Countryphase. Allerdings bezog sich diese nur auf eine Band und das war Truck Stop!

Aber Take me home Country Roads ist ein absoluter Klassiker. Man sollte den Song nicht zu früh am Abend spielen, er will einfach mitgesungen werden. Ich glaube, die meisten nehmen ihn gar nicht mehr unbedingt als Country-Song war. Er ist schon Teil unserer Kultur geworden. Vom Lagerfeuer bis zum Bierzelt – County Roads geht immer.

John Denver veröffentlichte Take me home Country Roads im Jahre 1971. Es gibt sehr viele Coverversionen und so richtig kam er mir eigentlich erst wieder 2001 ins Bewußtsein in der Version der Hermes House Band. Im Jahr davor wurde er, so steht es auf Wikipedia, zum Country-Song des Jahrhunderts gewählt. Spätestens da hätte ich ihn sowieso ins Programm aufnehmen müssen. Aber es ist bisher meine einziger Country-Song geblieben.

Wie findet Ihr Country roads? Welchen Country-Song sollte ich unbedingt auch spielen? Freue mich, wie immer, auf Euere Kommentare.

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Westerland – Die Ärzte

Durch die Neue deutsche Welle gab es in der 80ern ja schon recht viele deutschsprachige Musiker und Bands. Doch die Ärzte zählten damals, so fand ich, nicht dazu. Ich weiß gar nicht warum, aber ähnlich wie die Toten Hosen oder Westernhagen und Grönemeyer waren auch die Ärzte irgendwie unabhängig von dieser Richtung. Sie waren ziemlich provokativ und Lieder wie Claudia hat nen Schäferhund oder Geschwisterliebe erweiterten damals meinen Teenager-Horizont.

Dagegen ist Westerland vergleichsweise harmlos. Ein einfaches Spaßlied über einen  Berliner („wie oft sprang ich in die Spree-ee-ee“) der so gerne wieder mal nach Westerland reisen möchte. Die Ärzte auf Sylt – das kann ja wohl nur ironisch gemeint sein, und für alle die daran zweifeln kommt ja irgendwann auch die Textzeile „… und ich weiß jeder zweite hier ist genau so blöd wie iiiiich …“

Ich spiele Westerland als Akustikversion, oft im allerletzten Teil des Abends. Dann, wenn man eigentlich schon denkt alles ist vorbei und der Musiker zupft nur noch ein paar ruhige Songs zum Runterkommen und Ausklingen-lassen. Genau dann geht es manchmal noch ein letztes Mal richtig ab und dann passt Westerland immer!

Was fällt Euch zu Westerland ein? Waren die Ärzte doch Neue deutsche Welle?

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City of New Orleans – Steve Goodman

Wem dieser Titel nichts sagt und schon gar nicht Steve Goodman, der ist wahrscheinlich in guter Gesellschaft. Aber gehört haben Ihn sicher die meisten schon, vermutlich jedoch eher in einer Cover-Version von John Denver, Johnny Cash oder Willie Nelson. Sie hatten alle mit diesem Titel mehr kommerziellen Erfolg als der Komponist Steve Goodman.

Und dann gab es auch eine Version in deutsch, die relativ erfolgreich wurde, und wegen der ich diesen Blogbeitrag überhaupt schreibe. Ich spiele den Song nämlich schon relativ lange und immer im ersten Teil des Abends als Hintergrundmusik zum Essen. Das „plätschert“ oft so nebenbei und ich rechne gar nicht damit, dass mein Publikum besonders aufmerksam zuhören. Doch irgendwann einmal fingen ein paar Gäste bei City of New Orleans an zu singen. Aber was sangen Sie da? Wann wird´s mal wieder richtig Sommer von Rudi Carell! Nach einer kurzen Irritation merkte ich, dass das ja wirklich passte. Wann wird´s mal wieder richtig Sommer ist eine Coverversion von City of New Orleans!

Seit dem singe ich immer den zweiten und dritten Refrain in der Rudi-Carell-Version und ernte manchmal belustigte Blicke 😉

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An Tagen wie diesen – Die Toten Hosen

Ein Kriterium, den ein Song erfüllen muss, um in mein Repertoire aufgenommen zu werden ist, dass ich glaube, mein Publikum mag ihn auch noch in einigen Jahren. Dass er gar das Zeug zu einem echten Klassiker hat, wie Westerland von den Ärzten, oder Willenlos von Westernhagen. Als ich An Tagen wie diesen zum ersten Mal im Autoradio hörte, ahnte ich schon, dass ich diesen Song früher oder später ins Programm aufnehmen würde. Nun ist es soweit – Text gelernt, Akkorde rausgehört – mein jüngster Neuzugang kommt von den Toten Hosen! Übrigens mein erster Song der Düsseldorfer Kapelle.

Ich mag dieses Lied! Ok, man kann auch der Meinung sein, es sei ein bisschen dick aufgetragen, aber egal. Jung sein, Party machen, Freunde haben, nicht um das Morgen kümmern und sich bewusst sein, dass dieser Moment zu den besten des Lebens gehören wird. Wow, was will man mehr! Das ist der Stoff aus dem sentimentale Erinnerungen gestrickt sind, wenn die Zeit der Unbeschwertheit und Jugend längst vorbei ist.

Musikalisch gefällt mir sehr die Gitarre in den ruhigen Parts (zum Beispiel ganz am Anfang) mit dem Delay-Effekt. Weglassen können hätte man dagegen das eintönige Gegröle des „Background-Chores“ im Refrain. Aber was soll´s – sind halt „die Hosen“!

Ich kann noch gar nichts über Live-Erfahrungen berichten. Das Lied ist für mich so neu, dass ich es tatsächlich noch nie bei einer Veranstaltung gespielt habe. Nach dem kommenden Wochenende werde ich schlauer sein, da spiele ich Samstag und Sonntag (Pfingsten!) auf zwei Hochzeiten, und werde An Tagen wie diesen bestimmt zu Gehör bringen. Allerdings im Moment erst mal als Akustikversion, wahrscheinlich gegen Ende des Programms. Hoffe, er wird seine Wirkung nicht verfehlen.

Wie gefällt Euch An Tagen wie diesen? Sollte ich noch andere Songs von den Toten Hosen spielen? Oder ist die Zeit dieser Alt-Punker einfach vorbei?

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